Mo Asumang: „Die Arier“ – Nazis haben keine eigenen Begriffe, aber dafür UFOs

Heute Abend wurde im Audimax der Universität Hildesheim der Dokumentarfilm Die Arier von Mo Asumang gezeigt und die Regisseurin stand dem Publikum anschließend Rede und Antwort. Weil Neonazis rund um Dieter Riefling im Vorfeld einen Aufmarsch angekündigt hatten, musste die Veranstaltung unter Polizeischutz stattfinden.

Asumangs Suche nach der wahren Bedeutung des Begriffes „Arier“ führte sie unter anderem in die USA und den Iran. Denn arisch zu sein hat eigentlich überhaupt nichts mit Deutschsein zu tun oder mit Nordeurpäern und heller Haut, blonden Haaren, blauen Augen, wie wir es alle im Geschichtsunterricht gelernt haben. Nein, die echten Arier stammen aus dem Iran und die Nazis haben das Wort einfach völlig aus dem Zusammenhang gerissen, um es für ihre Zwecke zu verwenden – wie sie es zum Beispiel auch mit dem mindestens 7.000 Jahre alten Glückssymbol Swastika getan haben.

In den USA interviewte Asumang sogar ein Mitglied des Ku Klux Klans, außerdem sprach sie mit dem „White Aryan Resistance“-Anführer Tom Metzger. Dass Asumang überhaupt so nah an die extremen Möchtegernarier herangekommen ist, obwohl sich diese teilweise schon allein durch ihre dunkle Hautfarbe provoziert fühlten, zeugt von dem Mut und dem Engagement der Filmemacherin.

Abgesehen vom Informationsgehalt lohnt es sich auch deshalb, den Film anzuschauen, weil Asumang allerlei unfreiwillig komische Leute zu Wort kommen lässt und es dabei irgendwie schafft, nicht laut loszulachen. Zum Beispiel wird es richtig absurd, wenn ein Ku Klux Klan – Mitglied in weißer Gespensterrobe überzeugt abwehrt: Ich bin doch kein Rassist!

Außerdem erfährt man von dem (inzwischen verstorbenen) Pseudowissenschaftler Axel Stoll, wie wunderbar Rechtsextremismus und Esoterik zusammenpassen: Seiner Meinung nach kommen die unterschiedlichen Rassen von weit entfernen Planeten und die Erde ist lediglich ein „Strafplanet“, auf dem sich die Rassen vermischten. Man könnte jetzt natürlich meinen, der Herr hatte nicht mehr alle fliegenden Untertassen im Schrank, aber eine positive Sache hat diese Verschwörungstheorie ja doch: Wenn wir alle von Außerirdischen abstammen, dann sind wir irgendwie auch alle Ausländer.
Wie schön.

 http://www.die-arier.com/

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