Nachruf: Christopher Lee – „Kronprinz des Schreckens“

Christopher Lee bei den Metal Hammer Golden Gods Awards 2010. Credits: By sezzles [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Christopher Lee bei den Metal Hammer Golden Gods Awards 2010. Credits: By sezzles, CC via Wikimedia Commons

Egal wie cool und düster ihr auch sein mögt, liebe Leser*innen, ihr werdet niemals so cool und düster sein wie Sir Christopher Lee. Darf ich kurz aufzählen? 1922 in eine Familie mit adligen und/oder berühmten Vorfahren hineingeboren, doch die ging pleite und Lee musste mit 17 vom Bonzen-College weg, um Geld zu verdienen; er wurde (zusammen mit einem befreundeten Journalisten) Augenzeuge der letzten öffentlichen Exekution in Frankreich; im Zweiten Weltkrieg kämpfte er gegen Nazis; war in den Special Forces (Aufträge bis heute geheim); nach seiner Militärkarriere entschied Lee sich zum Glück dazu, Schauspieler zu werden. Zehn Jahre lang stand er nur in der Ecke rum, bekam winzige, miese Rollen, doch er hörte und sah genau zu.

Als Christopher Lee 35 Jahre alt war, wurde er sozusagen das Zugpferd der Horrorfilm-Produktionsfirma Hammer. Durch „emotionale Erpressung“, wie er später selbst sagte, nötigte man ihn dazu, in viel zu vielen semi-guten Dracula-Filmen mitzuspielen. Dennoch: Christopher Lee wird Horrorfilmfans als bester Graf Dracula nach Bela Lugosi (dem „Original-Dracula“) im Gedächtnis bleiben. Er verkörperte Qui-Gon Jinns Jedimeister, Saruman in Der Herr der Ringe, noch viele weitere Charaktere (insbesondere Bösewichte) und brachte als „Charlemagne“ zwei Symphonic Metal – Alben heraus. Wie man auf dem Foto sehen kann, wirkt Christopher Lee selbst ein bisschen wie Karl der Große. Noch im Alter von 92 Jahren veröffentlichte er weitere Metal-Songs. Wie badass ist das bitteschön?! Damit hält er den Rekord als ältester Künstler in den Charts. Ebenfalls rekordverdächtig: Der saucoole Schauspieler war fast 55 Jahre lang mit Model Brigitte „Gitte“ Lee verheiratet.

Kurz nach seinem 93. Geburtstag ist er nun verstorben. Zum Trost: Seine Biografie inspiriert (ich garantiere, dass irgendjemand sie verfilmen wird) und seine Coolness bleibt uns durch seine Kunst erhalten.

 
Sir Christopher Lee. 27. Mai 1922 – 7. Juni 2015. Rest in Peace.

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