Children of Bodom, Oni & Forever Still

 (Wer mehr über Children of Bodom lesen möchte, bitte hier entlang: MKonzertkritik für die Hannoversche Allgemeine Zeitung)

Forever Still im Capitol Hannover, 8. März 2017.

 

„Wollt ihr was Härteres hören?“, fragt Laiho, typische Rockstar-Rhetorik nachäffend.

„Ja!“, schallt die einhellige Antwort des Publikums durch das Capitol in Hannover.

„Das ist schlecht“, antwortet er nach kurzem Nachdenken. „Denn der nächste Song ist nicht wirklich härter. Aber schneller.“

Schlagzeuger Jaska Raatikainen grinst und treibt die Melodie mit seiner Bass-Drum an. Die ganzen „Seid ihr bereit zum Partymachen?“-Floskeln gehen Frontsänger Laiho nach fast fünfundzwanzig Jahren Musikkarriere leicht über die Lippen. 1993 begannen Children of Bodom zu dritt unter dem Namen Inearthed zu spielen. Beeinflusst wurde der Musikstil des Trios damals vor allem von Größen der Metal-Szene wie Ozzy Osbourne, Slayer und Judas Priest, aber auch von den Hannoveraner Hardrockern Scorpions und deutlich düsteren Bands wie Dissection and Hypocrisy. Später änderte sich die Bandformation und Inearthed wurden zu Children of Bodom. Der Bandname bezieht sich auf den See Bodom in der Heimatstadt der Musiker. An dem See wurde 1960 ein Mord an drei Teenagern begangen, der bis heute ungeklärt ist, weshalb sich wilde Legenden um die Tat und den Ort ranken.

Children of Bodom

Während der gesamten Europatournee hat Finnlands erfolgreicher Metal-Export Children of Bodom zwei Vorbands mit im Programm, die auch locker ohne den Hauptact auftreten könnten: Oni aus Kanada und Forever Still aus Dänemark. Während ihres Auftritts im Capitol quält sich die sechsköpfige Metalband Oni mit einer vollgestellten Bühne herum, denn das Equipment der Kollegen steht schon hinter und neben ihnen. Das Markenzeichen der Band: Sie haben einen Xyllophonisten. Johnny D schüttelt sein Haar zum Schreigesang des Frontmanns und lässt die rot-schwarzen Trommelstöcke über sein Xyllophon tanzen. Das sieht absurd aus und klingt überraschend gut.

Erste Band des Abends: Oni

Eine überlange Umbaupause macht das Publikum ungeduldig, doch das Warten lohnt sich: Die Frau mit den langen grau-schwarz gefärbten Haaren, die eben noch Instrumente und Verstärker verkabelte und Bandlogo-Banner befestigte, entpuppt sich als Maja Shining, Frontsängerin von Forever Still. Obwohl der Bandname und das etwas kitschige Bandlogo, eine stilisierte Krähe inmitten eines zerfließenden Kreises, eine Emoband vermuten lassen, spielt Forever Still melodischen Metal, mal feinfühlig, mal aggressiv. Riffs, die sofort mitziehen, werden kombiniert mit einer wandelbaren Stimme zwischen schmachtendem Gesang und kehligem Schrei. Die Keyboard-Partituren kommen vom Band, weil die zweiköpfige Musikgruppe nur wenig Live-Unterstützung angeheuert hat. Nach ihrem bejubelten Auftritt schleppt die Band mit eher symbolischer als tatkräftiger Hilfe der Capitol-Techniker ihr Equipment wieder von der Bühne. Forever Still haben auf jeden Fall das Potenzial, als eigenständige Hauptband aufzutreten. Fans in Hannover haben sie spätestens seit diesem Abend. Beim nächsten Mal kann sich die Band vielleicht auch einen Keyboarder und ein paar Roadies leisten.

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