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Köln Kunst & Kultur Wortvoll

Europäisches Literaturfestival Köln-Kalk 2020

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Nichtgedicht Wortvoll

Idealistenlied (Literaturclip)

Die Kölner Literaturclips sind eine Initiative des Kölner Literaturhauses und des LAND IN SICHT e.V., die anlässlich der COVID-19-Pandemie im April 2020 ins Leben gerufen wurde. Die Videos entstehen in Zusammenarbeit mit dem Literaturklub Köln, dem Insert Female Artist Festival und dem Kunts e.V.

Bild, Ton & Schnitt: Salman Abdo
Gestaltung und Animation: Mario Frank

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Köln Kunst & Kultur Wortvoll

Der Kölner Literaturnacht-Stream

Gestern hat die KLiteratur live aus dem Integrationshaus gesendet. Ein Podcast zur Kölner Literaturnacht mit Lesungen, Musik und Literaturszene-Schnack. Ich war mit dabei und habe aus meinem Romanprojekt gelesen.
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Lesung für den Literaturklub Köln

Das 10. Jubiläum des Literaturklubs Köln fand am 20.04. und 23.04.2020 online statt und zwar hier: Facebook/LiteraturklubKöln. Moderation: Adrian Kasnitz, Autor und Verleger (Parasitenpresse). Kamera, Ton und Schnitt für meinen Beitrag: Salman Abdo.

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln.

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Kunst & Kultur

Trotz Corona-Krise: Literaturklub-Lesung findet statt

Protestlesen im Park. Natürlich „GRM“ von Sibylle Berg. „Die Pest“ von Camus passt aber auch.

… und zwar online auf facebook.com/literaturklub.koln ! Da ich kein Facebookprofil habe oder haben möchte, zeichne ich meinen Teil wahrscheinlich vorher auf. Am 23. April 2020 werde ich ein Kapitel aus meinem fast fertiggeschriebenen, dystopischen Roman vortragen (Oder ist das jetzt eine Utopie?) und das „Idealistenlied“. Letzteres habe ich heute übrigens auch für das Literaturhaus Köln aufgenommen. Ich finde Videos von mir ziemlich schlimm, aber achtet einfach auf den Text und nicht auf mich, danke :D

✊💜 MK

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Köln Kunst & Kultur Wortvoll

Lesung in Köln: 10 Jahre Literaturklub

Am 23. April lese ich wieder in Köln, wohoo! Denn bevor ich mein Romanmanuskript, an dem ich neben Studium und Redaktionsjobs gearbeitet habe, auf die Welt loslasse, möchte ich gerne wissen, was ihr so davon haltet. Dystopische Gegenwartsliteratur habe ich das Genre getauft. Es geht um Rockstars, Astrobiologie, Idealismus und die Meritokratie.

Aus den Ankündigungstexten: Der Literaturklub in der „Wohngemeinschaft“ feiert sein zehnjähriges Jubiläum an zwei Abenden, nämlich dem 20. April und dem 23. April 2020. „Idiotische Wucht“ heißt der erste Abend und präsentiert drei renommierte Dichter*innen. Guy Helminger, Sünje Lewejohann und Christoph Wenzel lesen neue Gedichte und sprechen über das Schreiben von Lyrik. Musikalische Begleitung gibt es von Ramblin‘ Boy Harrers. Am zweiten Abend, der mit „Schönheit der Wüste“ betitelt ist, lesen Luise Boege, Joachim Geil und Mirjam Kay ‚MK‘ Mashkour neue Prosa. Musik kommt von Marie Tjong-Ayong und Jannis Sicker. Autor und Verleger der Parasitenpresse, Adrian Kasnitz, moderiert beide Abende.

Wo? CaféBar Die Wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, 50674 Köln

Wann? 20. und 23.04.2020, jeweils um 20 Uhr

Eintritt: 6 Euro

Weitere Informationen auf: wohngemeinschaft.net/theater/veranstaltungen.

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Xmas Ping Lesung in Köln

Von links (Hintergrund) nach rechts: Philipp-Bo Franke, Jonas Linnebank von der Kliteratur,
Adrian Kasnitz von der Parasitenpresse. Foto: Wassiliki Knithaki

Die Kölner Literaturzeitschrift Kliteratur und der Lyrikverlag Parasitenpresse organisieren ab und zu gemeinsame Lesungen und Literaturfestivals. Am 30. November 2019 hatte ich die Ehre, mich mit einem Kapitel aus meinem Romanmanuskript beteiligen zu dürfen.

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Politik

Zwangsumsiedlungen für den Kohleabbau

Foto: A.P. Jordan-Bertinelli

Morschenich, etwa eine Stunde Bahnfahrt von Köln entfernt, ist eines der Dörfer, die RWE zum Opfer fielen. Während Vermieter und Unternehmen in Köln die Wohnungsnot ausnutzen, um Mieten auf absurde und teils illegale* Phantasiepreise zu erhöhen, zerstört RWE, Europas größter Umweltverschmutzer** einfach mal intakte Häuser, um Braunkohle abzubauen, die gar nicht gebraucht wird.*** Was nach Postapokalypse aussieht, ist tatsächlich Spätkapitalismus in seiner reinsten Form: Umsatz > Planet Erde und seine BewohnerInnen.

*siehe §558b – §559a BGB

**https://www.theguardian.com/commentisfree/2015/aug/27/europes-biggest-polluter-protesters-lignite-mine-germany-direct-action

***www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hambacher-forst-rwe-braucht-nur-ein-drittel-der-genehmigten-braunkohle-a-1231670.html

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Köln Wortvoll

„Domian Live“: Die Rückkehr des Talkshow-Seelsorgers

Das MKsche Gütesiegel: Schlechte Handyfotos, unbearbeitet.

Die Einen würden gerne eine Beschwerde über Jürgen Domians vermeintliche Sensationsgeilheit lesen, die Anderen halten ihn und seine Redaktion für Engel. Domian ist vor allem ein Moderator mit jahrzehntelanger Erfahrung, was man ihm sofort an den wohlformulierten, routinierten Interview-Antworten anmerkt. Das Interview findet man übrigens hier. Kostet aber Geld, weil irgendein DuMont-Erbe das ganz dringend braucht oder so.

Print ’s not dead (yet)

Es war ein bisschen seltsam, mit Domian zu sprechen, weil ich früher so oft seine Sendung gehört habe. Aber bei der Arbeit bin ich niemandes Fan. Wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, findet man wahrscheinlich an jedem und allem irgendetwas, das man hinterfragen und kritisieren kann.

Die alte Sendung lief im Radio und Fernsehen von 1 Uhr bis 2 Uhr nachts. Am 8. November 2019 war die Premiere von „Domian Live“. Ähnliches Konzept, aber humane Sendezeit, nämlich von 23:30 Uhr bis 0:30 Uhr. 20 Jahre lang mitten in der Nacht zu arbeiten kann ja auch einfach nicht gesund sein. Selbst die härtesten Grufties brauchen ab und zu etwas Sonnenlicht.

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Kunst & Kultur Wortvoll

Lit.Cologne: Deniz Yücel über Pressefreiheit in Erdoğans „Nichtsodemokratie“

Das internationale Literaturfestival Lit.Cologne hat begonnen. Deniz Yücel stellte sein neues Buch vor und Gast Jan Böhmermann durfte auch zwei, drei Sätze sagen. Recep Tayyip Erdoğan hat bestimmt gerade einen cholerischen Anfall, aber das ist ja nichts Neues. Meine Buchrezension von Deniz Yücels „Agentterrorist – Eine Geschichte über Freiheit und Freundschaft, Demokratie und Nichtsodemokratie“ für die Kölnische Rundschau & Bonner Rundschau gibt es hier zu lesen und in ein paar Stunden auch in der Printversion.

Bester Spruch des Abends: „Meine Frau hat ein Verhältnis. Zur Kanzlerin. Zur Bundesregierung.“ – Deniz Yücel, Journalist

Mehr zum Literaturherbst in Köln: Veranstaltungstipps

PS: Neue journalistische & literarische Texte sind in Arbeit, darum schreibe ich hier weniger als sonst

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Köln Kunst & Kultur Wortvoll

Textwerkstatt Kölner Schmiede 2018/19: Lesung im Literaturhaus

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Sonntag, 13.01.2019 um 18:00 Uhr

„Literaturhaus Köln | Großer Griechenmarkt 39 | 50676 Köln

Sechs Autor*innen, sechs Romane, sechs Monate gemeinsame Arbeit: Zum zweiten Mal tagte die Textwerkstatt Kölner Schmiede. Und präsentiert heute die Stimmen von morgen.

Aus rund 100 Einsendungen wählte die Kölner Schmiede sechs  Stipendiat*innen aus, im  Literaturhaus  über  ihre Texte zu diskutieren,  Einblicke  in  den  Literaturbetrieb  zu gewinnen, an ihren Poetiken zu feilen. Nun sind die Arbeiten ein intensives Halbjahr reifer – und die Werkstatt lädt zur Werkschau: Salvatore Calabrese lässt zwei Halbgeschwister das Joch einer schwäbisch-italienischen Küchendynastie tragen. Jess Cole führt eine freche Schnauze vom Volleyballfeld bis auf den Straßenstrich. Verena Keßler erkundet historische Abgründe der Stadt Demmin mit einer charismatischen Teenagerin. Mirjam Kay Mashkour schickt das Glamour-Paar einer SciFi-Welt zwischen Dystopie und Satire in die Krise. Daniel Mellem zählt den Countdown für die tragende wie tragische Gestalt der Raketenforschung herunter. Und Rina Schmeller bettet eine bewegende Beziehungsgeschichte in eine betörend karge Küstenlandschaft. Die Initiatoren, Dorian Steinhoff und Tilman Strasser, fragen nach der kniffligen Arbeit am ersten großen Projekt.

Mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW.“

Zitiert aus dem Programm des Literaturhauses.
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Hamburg Politik

Die Pride Parade 2018 in Hamburg 🏳️‍🌈

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Hamburger Christoper Street Day 2018. Foto: Aleksandra G.

Die Pride Week in Hamburg war eine Mischung aus Protest und Party. Am Samstag zogen etwa 200.000 Menschen durch die Innenstadt und um die Alster herum. Als Rheinländerin fallen mir vor allem die Parallelen zu Karneval auf: Politisch, bunt und laut. Das diesjährige Thema lautete „Freie Bahn für Genderwahn“.

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Foto: Aleksandra G.

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(Informations-)Technik Briefe an die NSA

Wie man Google und Facebook loswird: Alternative Apps für Android

Während Diktatoren die Macht der Medienkonzerne fürchten, weil Menschenrechtsverletzungen heutzutage einfacher publik gemacht werden können, haben EU-BürgerInnen ein ganz anderes Problem:

Konglomerate wie Alphabet oder Facebook Inc. können es sich leisten, auf Gesetze zu pfeifen, denn sie bereichern sich unrechtmäßig an Nutzerdaten und zahlen lachhaft niedrige Steuern. Dass die EU überhaupt damit angefangen hat, an neuen Datenschutzregelungen zu arbeiten, haben wir auch den Enthüllungen von Edward Snowden & Co. zu verdanken. Um die Megakonzerne zur Einhaltung der EU-Richtlinien zu zwingen, kann man sie boykottieren.

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Genies & Idioten der Literaturgeschichte Hannover Köln Kunst & Kultur Wortvoll

Hoffnun‘ für die Literatur: Stefanie Sargnagel & Puneh Ansari

Gleich zwei Freundinnen haben mir eine Eintrittskarte für die Lesungen meiner österreichischen Lieblingsautorinnen geschenkt. H.G. für Hannover und A.P. für Köln (im Befehlston: „MK, du musst Ende April in Köln sein, weil ich schon die Karte hab!“ ).

 Puneh Ansari ist eine Wiener Underground-Autorin. Sie schreibt vor allem auf Facebook, wie auch Stefanie Sargnagel. Ansaris Buch Hoffnun‘ ist im Verlag Mikrotext erschienen. Sie schlurft auf die Bühne und liest mit leicht kränkelnder Stimme trocken vom Blatt, Buch oder Handy ab. Am besten kommt  beim Publikum ihre Überlegung an, ob sie ein Kind bekommen solle, nur „um einen Tagesablauf zu haben“. Aber tausend Wochen ohne Drogen? Und sich alles aufreißen lassen bei der Geburt? Müsse sie sich da überhaupt schon festlegen, so im zarten Alter von Mitte dreißig? Ansari wirkt zurückhaltend, spricht langsam und bedacht, ihre Hände zittern beim Lesen. Fälschlicherweise könnte man annehmen, sie sei privat ein eher schüchternder Mensch. Dabei kann sie auch rotzbesoffen noch Israel/Palästina-Diskussionen führen und laut Sargnagel auch immer Bahnhof sowie Hotel in irgendeiner fremden Stadt wiederfinden. Den Anmachspruch „Wow, du bist Sozialistin? Ich bin Kommunistin!“ hab ich mir notiert.

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Antifaschismus Kunst & Kultur Rom

Forte Prenestino – Festung der Autonomen in Rom

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Politik Rom

Je suis Spelacchio – Rome, the failed city

 

Spelacchio
The symbol of everything what’s wrong with Rome: Spelacchio.

During Christian holidays, I usually work. But last night, I sat in a bar in Rome with F. and our Italian friend S. who is thinking about migrating to Canada. We talked about how we, master students of chemistry, engineering and law, will probably end up homeless soon. „In Italy, too many young people study law“, S. tells us. „My friend, who is a studied lawyer, works for… how do you call it when somebody cleans the streets?“ Southern Italy really needs help with its trash problem, anybody should join the working class – even when they just got in dept with a huge student loan to graduate from university like their parents wanted them to. The academic teaching here is excellent, but useless, because there are no jobs. Italy’s capital is in a major crisis and the new symbol of it is the poor Spelacchio.

Spelacchio is how the citizens of Rome named the Christmas tree of the city on the Piazza Venezia. It means something like shabby, sheared or threadbare. Spelacchio is an embarrassment for Italy, but especially for Rome and the city’s mayor Virginia Raggi.

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Kunst & Kultur Reisen Rom

Italien ist ein Paradies, aber der Admin heißt Satan.

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Bacco rappresentato da Michelangelo Merisi. So sehen AbsolventInnen der Uni Roma 1 übrigens auch aus. Mit dunkleren Augenringen.

In Italien ist Weihnachten ein Extremsport. Während ich in Deutschland keine Probleme hatte, die eher zurückhaltend formulierte Frage  „Und was machst du so in den Ferien?“ zu beantworten, fragen mich italienische KommilitonInnen geradeheraus, warum ich nicht längst zu meiner Familie heimgeflogen bin. Ich habe inzwischen gemerkt, dass „Funkstille, tot, herz- oder geisteskrank“ eine zu ehrliche Antwort ist für das römisch-katholische Gemüt.  Die ItalienerInnen nehmen christliche Feiertage verdammt ernst. Erstens, weil man da frei hat. Zweitens, weil sich fast jede Feier mit zu viel Rotwein und Tiramisu ertragen lässt. Drittens: „Wir haben den Vatikan; wir haben den Paaaapst!“ (Das heulte meine ehemalige Mitbewohnerin in Bologna, als sie die Nachrichten zu den Paris-Attentaten im Fernsehen sah. Die Frau hat, äh, Prioritäten.) Unser Portier (ja, im Ghetto braucht man das und ja, er sortiert auch unsere Post) lässt gerade eine sperrige Krippe im Foyer aufbauen. F. ist derweil sehr skeptisch gegenüber der „Joseph“-Figur, weil Joseph im Islam Marias Vater ist oder so. Jedenfalls hatte Maria keinen Herrenbesuch und Jesus ist auch nur ein Prophet und nicht Gottes Sohn. Das würde Gott ja vermenschlichen. Damit haben die Römer natürlich kein Problem, die vermenschlichen Götter in ihren Sagen seit abertausenden von Jahren. Dieses Jahr feiert meine Kleinfamilie jedenfalls ausschließlich Bacco, den Gott des Weines.

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Antifaschismus Berlin Faschos Gedankenstrich Kunst & Kultur MKolumne Politik Rom

Bedrückende Versuche einer Zeitreise

Die Boulevardisierung und Verwässerung der Erinnerugskultur schreitet voran: Das Gruselkabinett als Alternative für Deutschland?

Beschmierte Gedenktafel in Aachen, 2014. Der/die Täter/in war sicher kein/e Orwell-Leser/in.

Die ZDF-Sendung Neo Magazin Royale ist bekannt für Jan Böhmermanns kluge Blödeleien und geschickt konstruierte Kontroversen. Die Folge vom 16. November war eine Satire im Dokumentationsstil, bei der Autor und Komiker Ralf Kabelka mit seiner authentisch wirkenden Neugier als Gegengewicht zu Böhmermanns Zynismus wirkte. Es ging um einen Themenpark, der 2023 eröffnen und die Nazizeit als Freizeitevent für die ganze Familie inszenieren sollte. Der Projektleiter des sogenannten Reichsparks, gespielt von Piet Fuchs, erklärt in Werbefilmchen und Interviews seine Vision von erlebbar gemachter Geschichte. Zwar mag es zur Schadenfreude anregen, dass Neo Magazin Royale erneut ein paar Voreilige an der Nase herumführen konnte. Doch besonders bedrückend sind die echten Reportage-Sequenzen.

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(Informations-)Technik Briefe an die NSA Gedankenstrich MKolumne

Why we don’t need Social Media – but Social Media needs us

A personal odyssey through the ghost land of social media

 

Dear NSA,

I’m MK, 25 years old and I would describe myself as a sociable person. But you already know that, of course. I just wanted to tell you or any other person who might read this that I quit most of my social media, because it got really annoying. This „letter to the NSA“ is not a story about how I quit social media (because that can be done in a few seconds). It’s about why I started in the first place.

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Iran Kunst & Kultur Politik Reisen Teheran

Iran Reisejournal – Teil 2: Kaspisches Meer

Auf ans Meer! (© Dr. Dread)

Rasht, „Stadt des Regens“, August 2017

Den Großteil der ersten zwei Wochen im Iran verbringen Familie, Freunde und ich im Norden. Statt Kopftuch und Mantel trage ich die meiste Zeit meinen David Bowie-Kapuzenpulli. Doof angeguckt werde ich als offensichtliche Ausländerin sowieso.

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Iran Kunst & Kultur Politik Reisen Teheran

Iran Reisejournal- Teil 1: Teheran

Vom Bordstein zur Skyline… nee Spaß, ersaufe immer noch in Bafög-Schulden :D

 

Bei jedem Umzug werden es mehr Kisten voller Notizbücher und jedes Mal frage ich mich, warum ich mir das eigentlich antue. Genau dann, wenn ich es mit den Journalen endgültig sein lassen will, kommt aber ein neuer Schreibauftrag. Dieses Jahr reise ich zum ersten Mal in die Islamische Republik Iran und wurde im Vorfeld von einigen Leuten gebeten, meine Erlebnisse aufzuschreiben. Einen Zeitungsartikel hatte ich auch schon fertig, habe aus Gründen des Quellenschutzes allerdings eine Veröffentlichung blockiert, da die “Art Direction” Porträtfotos von einem anonymen Interviewpartner forderte. Wenn Menschen den Mut haben, mit AutorInnen / JournalistInnen offen und ehrlich über Missstände zu sprechen, die ein Regime totschweigt, soll man sie dann etwa aus Geldgier ins Messer laufen lassen? Ich werde mich also auf Fotos beschränken, mit denen die Porträtierten einverstanden sind und kürze Namen ab.

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MKolumne Wortvoll

You’re an alien, I’m an elf and that is totally okay.

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© Ela Aram | All clothes designed by Ela Aram | unedited

Let me start this essay on the art of having your own style with a bit of drama, ok? Back in school people laught at me. Every. Single. Day. Because of my mohawk, the glossy black plateau boots, the blue and green lipstick, my self-made clothes and the ones I bought… Even at my „elf ear“, which is an especially dumb thing to do, because I didn’t choose it like an outfit, I was born with it. This story could go on over pages and pages full of self-pity and vengeance. But honestly, I never gave a fuck about those boring people. Peer-pressure created by the kids smoking at the school gate never worked for me and I’ll tell you why.

Even the ones who kicked me down to „prove“ that I couldn’t walk in those incredibly comfortable, though very high goth plateau boots I’ve had since I turned 15. And yeah, sure, I got a tattoo at 16 for the „attention“. Like being constantly touched and screamed at by strangers „Is this real or paint?!“ is something enjoyable. (By the way: Touching tattoos doesn’t make any sense, because the ink is approx. 3 millimeters under the skin, you dumb fucks can not feel a tattoo.) I still laugh about the nazis in our village who threatened to beat me up and rape me, because of my purple punk hairstyle. Also, getting called „anorexic“ by fat girls – gets me everytime. The most ridiculous guy in high school was probably the one who made fun of my big nerdy glasses just a year before nerd-glasses became popular and he started wearing them, too. Most people are scared of looking different, so they wait until something they secretly like becomes fashionable (again) and they can pull it off without being „the weird one“.

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Bologna MKolumne Politik Reisen Wortvoll

Du bist nur Deko.

Hostess Job1
Geistige Dauerunterforderung sieht auf Fotos ganz ok aus. [Wie immer: Miese Handykameraqualität statt Filter]
Zehn vor sechs. Mein Wecker klingelt. Ich bleibe den Regeln des Erasmus Student Network treu, also, liegen. Den Großteil der Nacht habe ich damit verbracht, YouTube-Videos von Hostessen auf Motorshows anzuschauen. Das lässt sich mit ein bisschen Wohlwollen als Recherche bezeichnen. Denn heute ist mein erster Tag als Hostess in Italien.

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Die ehrliche Konzertkritik

The Structure of every Metal/Hard Rock Concert in one Picture

Metal Concert

Source: Me, because I was bored. Best MS Paint quality.

Edit: It’s groupies‘ boyfriends, not groupie’s (obviously)

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(Informations-)Technik Politik

Glenn Greenwald und Edward Snowden auf der CeBIT 2015 (und ich aus Versehen backstage)

Glenn Greenwald (vorne, zweiter von rechts) mit den anderen CeBIT-VIPs.
Glenn Greenwald (vorne, zweiter von rechts), Moderator Brent Goff (ganz links) und noch mehr CeBIT-VIPs.

Die CeBIT (Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation) ist die größte Messe für Informationstechnik weltweit. Man kann sich auf dem gigantischen Gelände in schwarzen Mercedes-Shuttles rumkutschieren lassen, sich zwischen all den Hallen und Technikständen verlaufen, mit kostenlosen Gimmicks und Schoki bestechen lassen oder im eigens für Muslime eingerichteten Raum neben der CenterStage zu Allah beten. Und wenn man so vercheckt ist wie ich, kann man den Presse- mit dem Backstagebereich verwechseln und plötzlich in einem Raum mit den Veranstaltern, Moderatoren und deren Gästen sitzen. Ich dache mir so: Play it cool. Die Security hat mich nur deshalb nicht rausgeworfen, weil ich irgendwie so wichtig geguckt habe wie alle anderen. Trotzdem seltsam, dass man so leicht in den Backstagebereich kommt, auf einer Veranstaltung zum Thema Sicherheit.

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Kunst & Kultur Politik

Mo Asumang: „Die Arier“ – Nazis haben keine eigenen Begriffe, aber dafür UFOs

Heute Abend wurde im Audimax der Universität Hildesheim der Dokumentarfilm Die Arier von Mo Asumang gezeigt und die Regisseurin stand dem Publikum anschließend Rede und Antwort. Weil Neonazis rund um Dieter Riefling im Vorfeld einen Aufmarsch angekündigt hatten, musste die Veranstaltung unter Polizeischutz stattfinden.

Asumangs Suche nach der wahren Bedeutung des Begriffes „Arier“ führte sie unter anderem in die USA und den Iran. Denn arisch zu sein hat eigentlich überhaupt nichts mit Deutschsein zu tun oder mit Nordeurpäern und heller Haut, blonden Haaren, blauen Augen, wie wir es alle im Geschichtsunterricht gelernt haben. Nein, die echten Arier stammen aus dem Iran und die Nazis haben das Wort einfach völlig aus dem Zusammenhang gerissen, um es für ihre Zwecke zu verwenden – wie sie es zum Beispiel auch mit dem mindestens 7.000 Jahre alten Glückssymbol Swastika getan haben.

In den USA interviewte Asumang sogar ein Mitglied des Ku Klux Klans, außerdem sprach sie mit dem „White Aryan Resistance“-Anführer Tom Metzger. Dass Asumang überhaupt so nah an die extremen Möchtegernarier herangekommen ist, obwohl sich diese teilweise schon allein durch ihre dunkle Hautfarbe provoziert fühlten, zeugt von dem Mut und dem Engagement der Filmemacherin.

Abgesehen vom Informationsgehalt lohnt es sich auch deshalb, den Film anzuschauen, weil Asumang allerlei unfreiwillig komische Leute zu Wort kommen lässt und es dabei irgendwie schafft, nicht laut loszulachen. Zum Beispiel wird es richtig absurd, wenn ein Ku Klux Klan – Mitglied in weißer Gespensterrobe überzeugt abwehrt: Ich bin doch kein Rassist!

Außerdem erfährt man von dem (inzwischen verstorbenen) Pseudowissenschaftler Axel Stoll, wie wunderbar Rechtsextremismus und Esoterik zusammenpassen: Seiner Meinung nach kommen die unterschiedlichen Rassen von weit entfernen Planeten und die Erde ist lediglich ein „Strafplanet“, auf dem sich die Rassen vermischten. Man könnte jetzt natürlich meinen, der Herr hatte nicht mehr alle fliegenden Untertassen im Schrank, aber eine positive Sache hat diese Verschwörungstheorie ja doch: Wenn wir alle von Außerirdischen abstammen, dann sind wir irgendwie auch alle Ausländer.
Wie schön.

 http://www.die-arier.com/

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Ein ungewöhnliches Hobby

Als Kind kritzelte ich meine Arme mit Filzstiften an, bis ich von den Schultern zu den Fingernägeln komplett bunt war. Aufklebetattoos aus Kaugummipackungen fand ich einfach wunderbar und schon mit 13 Jahren wollte ich mein erstes Tattoo haben. Ich nervte so lange damit, dass ich zu meinem 16. Geburtstag tatsächlich ein Tattoo haben durfte.

Glücklicherweise gibt es in meiner Heimatstadt ein exzellentes Tattoostudio und ich wurde vom Chef persönlich tätowiert, dessen Arbeit mehrfach preisgekrönt ist. Zwei bis drei Jahre muss man warten, um einen Termin bei ihm zu bekommen. Es ist also von Vorteil, wenn man früh weiß, was man will…                                                                                              …und dann auch dabei bleibt. DSCN0927

Als 16-Jährige mit echtem Tattoo war man zwei Jahre lang der absolute „Gangster“ auf dem Pausenhof, mit 18 durften dann auch alle anderen. Ich bin aber immer noch besonders stolz auf meine erste Tätowierung, die sich trotz Wachstum, Pubertät usw. überhaupt nicht verändert hat.

Nun sind Tattoos an sich schon längst kein ungewöhnliches Hobby mehr, wenn auch ein teurer Spaß.

Aber die Kunst des Tätowierens faszinierte mich so sehr, dass ich mit 19 Jahren von meinem Minijob-Gehalt eine eigene Tätowiermaschine und das entsprechende Zubehör kaufte. Die Maschine lässt sich leicht zusammenbauen, wenn man schon öfter eine gesehen hat. Zuerst kann man an Bananenschalen gut testen, ob man die Maschine richtig hält – diese ist schließlich kein Stift – und man bekommt ein Gefühl dafür, wie tief die Farbe gestochen werden darf.

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MKommune

Pavels Poetry Slam

Ein Poetry Slam im Einkaufswagen, kreuz und quer durch die Aachener Innenstadt.

Erstes Video: Immanuel Kant- Freak Pavel trägt vor: Lustiges Gedicht „Pseudo-Kunst im Regen“ und der etwas schnulzigere, aber schöne Text „Wackeliger Alltag“. Danach Jules poetische  „Legendentrümmer“.


Zweites Video:  Pavels geniale Gedichte „Über Pragmatismus“ und „Ort der Inspiration“, meine Songs/Gedichte „Brussels“, über die wohl hässlichste Stadt Europas und „Prison“ (beide auf Englisch).

 

Drittes Video: Jules Kurzgeschichte „This cozy Place“ (ebenfalls auf Englisch), eine Dystopie im 1984-Stil und mein Song/Gedicht „Tagelang“.

 

Viertes Video: Auszug aus meinem Buchentwurf „Unsinn des Lebens“,  Intro (Kapitel null), Achtung: MS Niveau, wir sinken!

 

Hinweise: Videos sind nicht gelistet, damit sie nur mit den hier angegebenen Links aufgerufen werden können. Kameramann: Igendso’n Typ, der dauernd in die Aufnahmen reinlacht und zeitweise auch reinrülpst. Rollin‘ Poetry Slam – Erfinder Pavel wird mal ganz groß rauskommen. Er hat’s einfach drauf. Dr. Dread aka. June aka. Nancy ist ein besonderer Mensch, ob er nun will oder nicht. Das erste und letzte Mal, als ich ihn bat, sich unauffällig bzw. normal zu verhalten, wurden wir festgenommen. Derzeit wird er in Indien für einen Terroristen gehalten und seine Sim-Karte ist deswegen gesperrt. Trotz Skype & Co. vermissen wir diesen Tollpatsch sehr. mk

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Reisen

Hitch-Hiking… oder wie wir einmal mitten im Winter durch England trampten, um Julian Assange von Wikileaks zu sehen.

A HITCH-HIKER’S GUIDE THROUGH

THE GALAXY WESTEUROPA“

Was man machen kann. Was man lieber lassen sollte, aber trotzdem macht. Was man echt nicht machen sollte. Wo man pennt. Was man isst. Wie man sich notfalls den Arsch rettet. Deutschland, Belgien, Holland, Frankreich, England. Fünf Tage, vier Nächte. Und das alles so gut wie für lau.

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Köln Rom Wortvoll

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I. Schuhhaus Marx

Im Schaufenster des Schuhhauses Marx steht immer dasselbe staubige Paar Schuhe. Manchmal brennt im Hinterzimmer Licht und ich stelle mir vor, dass sich im Schuhhaus Marx heimlich Marxist*innen treffen, um große Pläne zu schmieden. Es geht um Theorie und um Praxis, um Wirtschaft, Soziales, Guerillataktik… Scha-hatz, gehst du mit mir Schuhe kaufen?

II. Der Vermieter

Ein Altbau sollte es sein. Wegen der Jugendstilfassade und der hohen Decken. Hoch war auch die Miete, für ein Zimmer an der Autobahn. Doch es würde nicht allein der Lärm sein, der mir den Schlaf rauben sollte.

„Meine Eltern haben das Haus direkt nach dem Krieg übernommen“, sagte der Vermieter und reichte mir die leise klingelnden Schlüssel. „Es schien niemandem gehört zu haben.“

Draußen glänzen die Stolpersteine im Regen. Ich achte darauf, dass ich niemals auf sie trete (lächerlich, denn der Fluch kam schon mit den Schlüsseln). Nachts schreibe ich Geschichten und vermisse meine Träume.