Forough Book in Köln: Indie-Verlage stellen sich vor

Die interkulturelle Buchhandlung Forough Book in Köln und der Verlag Parasitenpresse laden anlässlich des „Indie Book Day“ am 30. März kleine Verlage ein und stellen sie dem Publikum vor.

Für die Verleger*innen, Autor*innen und Buchhändler*innen, die ich dort treffe, ist Kunst tatsächlich wichtiger als Kommerz, was im heutigen Literaturbetrieb einerseits wahnsinnig schwer umzusetzen ist, andererseits hat es die Szene gerade aber auch bitter nötig.

Forough Book veranstaltet nicht nur Literaturevents, sondern verlegt auch Bücher von Exil-IranerInnen, deren Texte in ihrem Heimatland zensiert werden oder ganz verboten sind.

Viele gebildete Iraner*innen sind bereits zu Zeiten der Islamischen Revolution (1979) und des Iran-Irak-Krieges (1980er) nach Deutschland gekommen, wenn sie es sich leisten konnten. Ihre Kinder sind hier geboren und manche von ihnen waren noch nie im Iran, weil man bei der Einreise nicht sicher sein kann, ob man das Land auch wieder verlassen darf.

Die Kinder dieser 1980er-Generation von Exil-Iraner*innen können zwar oft gesprochenes Persisch verstehen, aber nicht das arabische Alphabet lesen. Damit ihnen die mannigfaltige persische Literatur nicht vorenthalten bleibt, gibt Forough Books auch persisch-deutsche Bücher heraus. Genau richtig für diejenigen, die zweisprachig aufgewachsen sind oder gerade eine der beiden Sprachen lernen. Ich bin jetzt jedenfalls motiviert, noch mehr Bücher von iranischen Autor*innen zu lesen.

Textwerkstatt Kölner Schmiede 2018/19: Lesung im Literaturhaus

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Sonntag, 13.01.2019 um 18:00 Uhr

„Literaturhaus Köln | Großer Griechenmarkt 39 | 50676 Köln

Sechs Autor*innen, sechs Romane, sechs Monate gemeinsame Arbeit: Zum zweiten Mal tagte die Textwerkstatt Kölner Schmiede. Und präsentiert heute die Stimmen von morgen.

Aus rund 100 Einsendungen wählte die Kölner Schmiede sechs  Stipendiat*innen aus, im  Literaturhaus  über  ihre Texte zu diskutieren,  Einblicke  in  den  Literaturbetrieb  zu gewinnen, an ihren Poetiken zu feilen. Nun sind die Arbeiten ein intensives Halbjahr reifer – und die Werkstatt lädt zur Werkschau: Salvatore Calabrese lässt zwei Halbgeschwister das Joch einer schwäbisch-italienischen Küchendynastie tragen. Jess Cole führt eine freche Schnauze vom Volleyballfeld bis auf den Straßenstrich. Verena Keßler erkundet historische Abgründe der Stadt Demmin mit einer charismatischen Teenagerin. Mirjam Kay Mashkour schickt das Glamour-Paar einer SciFi-Welt zwischen Dystopie und Satire in die Krise. Daniel Mellem zählt den Countdown für die tragende wie tragische Gestalt der Raketenforschung herunter. Und Rina Schmeller bettet eine bewegende Beziehungsgeschichte in eine betörend karge Küstenlandschaft. Die Initiatoren, Dorian Steinhoff und Tilman Strasser, fragen nach der kniffligen Arbeit am ersten großen Projekt.

Mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW.“

Zitiert aus dem Programm des Literaturhauses.

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Hoffnun‘ für die Literatur: Stefanie Sargnagel & Puneh Ansari

Gleich zwei Freundinnen haben mir eine Eintrittskarte für die Lesungen meiner österreichischen Lieblingsautorinnen geschenkt. H.G. für Hannover und A.P. für Köln (im Befehlston: „MK, du musst Ende April in Köln sein, weil ich schon die Karte hab!“ ).

 Puneh Ansari ist eine Wiener Underground-Autorin. Sie schreibt vor allem auf Facebook, wie auch Stefanie Sargnagel. Ansaris Buch Hoffnun‘ ist im Verlag Mikrotext erschienen. Sie schlurft auf die Bühne und liest mit leicht kränkelnder Stimme trocken vom Blatt, Buch oder Handy ab. Am besten kommt  beim Publikum ihre Überlegung an, ob sie ein Kind bekommen solle, nur „um einen Tagesablauf zu haben“. Aber tausend Wochen ohne Drogen? Und sich alles aufreißen lassen bei der Geburt? Müsse sie sich da überhaupt schon festlegen, so im zarten Alter von Mitte dreißig? Ansari wirkt zurückhaltend, spricht langsam und bedacht, ihre Hände zittern beim Lesen. Fälschlicherweise könnte man annehmen, sie sei privat ein eher schüchternder Mensch. Dabei kann sie auch rotzbesoffen noch Israel/Palästina-Diskussionen führen und laut Sargnagel auch immer Bahnhof sowie Hotel in irgendeiner fremden Stadt wiederfinden. Den Anmachspruch „Wow, du bist Sozialistin? Ich bin Kommunistin!“ hab ich mir notiert.Weiterlesen »