Die Pride Parade 2018 in Hamburg 🏳️‍🌈

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Hamburger Christoper Street Day 2018. Foto: Aleksandra G.

Die Pride Week in Hamburg war eine Mischung aus Protest und Party. Am Samstag zogen etwa 200.000 Menschen durch die Innenstadt und um die Alster herum. Als Rheinländerin fallen mir vor allem die Parallelen zu Karneval auf: Politisch, bunt und laut. Das diesjährige Thema lautete „Freie Bahn für Genderwahn“.

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Foto: Aleksandra G.

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Demonstration: World Citizens against Nationalism

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Fotocollage: Demo-Organisator Farhad M. auf Instagram. Obwohl sich Presse und TV auf den Anti-Trump Aspekt der Demonstration konzentrierten, kritisierten die linken Gruppen auch Nationalismus in Europa, z.B. den Flüchtlingsdeal zwischen Deutschland und Türkei und die katastrophale Situation in griechischen Flüchtlingslagern.
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Dieser Herr hatte öffentlich angemerkt, die Demonstration habe keinen Sinn, da sie in einem Atomkrieg zwischen Iran und USA untergehen würde. Glücklicherweise ist dies und der von ihm ebenfalls prophezeite Dritte Weltkrieg ausgeblieben.
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Demo in Rom.  Foto: Farhad M.
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Demo in Rom. Foto: Farhad M.
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Allein in Bologna setzten 200 DemonstrantInnen ein Zeichen gegen Nazis. In Rom demonstrierten noch viel mehr Menschen und zwar vor der US-Botschaft, denn ihre Demo richtete sich insbesondere gegen Donald Trump.
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Auch der Bürgermeister von Bologna war anwesend. In Bologna warten viele internationale Studierende und Arbeitssuchende ein halbes Jahr oder länger auf ihre Aufenthaltsgenehmigung, die bei Erhalt fast oder schön länger abgelaufen ist. Für die „Geduldeten“ ist diese Situation finanziell und emotional sehr belastend, da sie beispielsweise nicht legal arbeiten oder nicht an Uni-Klausuren teilnehmen können, obwohl sie dafür qualifiziert sind und sich eingeschrieben bzw. erfolgreich beworben haben.
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Foto: Farhad M.
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Foto: Alessandro P.

Die Demonstrationen in Italien waren ein voller Erfolg und es sind weitere in Planung.

Pressespiegel:

La Repubblica über die Demo in Bologna (Artikel auf Italienisch)

Ansa über die Demo in Bologna (Artikel auf Italienisch)

Euronews (Pingback von Ansa) über die Demo in Bologna

 

 

World Citizens Against Nationalism

English:
The attack on the freedom of movement is an attack on the Universal Declaration of Human Rights. Whether it is Donald Trump’s racist 3-month visa ban for travelers from Iran, Iraq, Lybia, Syria, Somalia and Sudan, and the unlimited ban on Syrian refugees from entering the US, whether it is the EU’s, Norway’s and Turkey’s murderous „Fortress Europe“ border politics or religious extremism in anyway – nationalism seems to be fashionable again. Recent elections in Britain and the US have showed this, but also the rise of racist parties such as Lega Nord, Front National, AfD, FPÖ etc. We do not go with the fashion, we will walk the streets to demonstrate against nationalism, racism and fascism! Everybody who values at least the basic international human rights, must understand that closing borders, banning certain ethnic groups from entering a state or state union and going back to an extreme form of nationalism is a violation of international law, inhumane and does not even make sense in a globalized world as ours. We gather to show solidarity with the women’s march in Washington and many other cities, with migrants and with refugees of any culture. We will stand together as world citizens against a throwback to nationalism.

Deutsch:
Der Angriff auf die Personenfreizügigkeit ist ein Angriff auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Sei es das rassistische 3-monatige Visumsverbot von Donald Trump für Reisende aus Iran, Irak, Libyen, Syrien, Somalia und dem Sudan und das zeitlich unbegrenzte Verbot für syrische Flüchtlinge, in die USA einzureisen; sei es die mörderische „Festung Europa“-Grenzpolitik der EU, Norwegens und der Türkei oder religiöser Extremismus jeglicher Art – Nationalismus scheint wieder in Mode zu sein. Die jüngsten Wahlen in Großbritannien und den USA haben dies gezeigt, aber auch der Aufstieg rassistischer Parteien wie Lega Nord, Front National, AfD, FPÖ etc. Wir gehen nicht mit der Mode, wir gehen auf die Straße gegen den Nationalismus, Rassismus und Faschismus! Jede/r, die/der zumindest die grundlegenden internationalen Menschenrechte schätzt, muss verstehen, dass das Schließen von Grenzen, das Verbot für bestimmte ethnische Gruppen, in einen Staat oder eine Staatenunion einzureisen und die Rückkehr zu einer extremen Form des Nationalismus eine Verletzung des Völkerrechts darstellt, unmenschlich ist und nicht einmal Sinn ergibt in einer globalisierten Welt wie der unsrigen. Wir werden als Weltenbürger zusammenstehen, gegen einen Rückfall zum Nationalismus.

Edit: Since one of the main organizers of the demonstration has decided to only demonstrate against Donald Trump and NOT against Lega Nord, Front National, AfD, FPÖ etc., I do NOT recommend you to join, because there might be Italian or other European racist parties involved! Take care, be safe and fight nationalism, racism, fascism everywhere (not only in the USA)! – mk

 

Ein Erasmusstudium in Zeiten von Eurofaschismus.

Seit 2 Monaten studiere ich in Italien. Über mein Erasmus-Semester soll ich einen Bericht verfassen, der standardmäßig so aufgebaut ist: Es war sehr schön, ich kann es empfehlen, ich war auf vielen Partys, ein bisschen was gelernt habe ich auch, tolles Wetter, tolles Essen, Ende. Auf CyberpunkJournalism blogge ich seit knapp 5 Jahren vor allem über Kunst, Kultur und Politik. Warum nicht auch über Kunst, Kultur und Politik in Italien? Kunst und Kultur waren schon dran. Jetzt kommt das Thema, das anscheinend viele meiner Freunde langweilt. Zu unrecht. Denn Politik ist bestenfalls nichts weiter als organisierte Realitätsbewältigung und schlimmstenfalls sture Realitätsverweigerung, die unseren Alltag bestimmt.

Während meines Auslandssemesters in Bologna lerne ich natürlich brav Vokabeln. Eine neue Vokabel, die ich gestern gelernt habe, ist: Eurofascismo. Eurofaschismus heißt der Trend, dem immer mehr Menschen in Europa folgen, genau 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Sinn der Sache ist, grob zusammengefasst: Wieder mehr Nationalismus statt ein vereintes Europa. Also einen Schritt vor und dann so viele zurück wie möglich. Gestern war ich auf dem Piazza Maggiore, wo unter anderem Matteo Salvini eine Rede hielt. Das ausgerechnet Silvio Berlusconi dem Auftritt des Lega Nord-Politikers Salvini beiwohnte, ist kein gutes Omen…

Quasi Amici - Berlusconi e Salvini - Soppressatira
„Quasi amici“ scherzte die Webseite Soppressatira: Die Zusammenarbeit von Salvini und Berlusconi erinnert an den Film „Ziemlich beste Freunde“.

Der Polizeihubschrauber war so laut, dass ich morgens davon geweckt wurde, obwohl ich in Flughafennähe wohne, also mittlerweile ziemlich lärmresistent bin. Das stundenlange Surren schuf eine unheimliche, angespannte Atmosphäre.

Ein Polizeihubschrauber überwachte die (Gegen-)Demonstrationen und sorgte dank übertriebener Lautstärke für Kriegs-Feeling. Weiterlesen »