Punkurgestein Abwärts im Schanzenzelt

Kulturbanausen kennen Abwärts nur wegen ihres Gitarristen Rodrigo „Rod“ Gonzales. Mit Die Ärzte spielte sich der Multiinstrumentalist ins kollektive Gedächtnis deutscher PunkrockerInnen und CharthörerInnen gleichermaßen. Abwärts hat sich nie weichspülen lassen, ist sich treugeblieben – und hat sich dennoch künstlerisch weiterentwickelt. So einen Drahtseilakt schaffen nur wenige.  

Die vierköpfige Band spielt abgefuckten Original-1970er-Jahre Punk gegen Staat, Patriotismus, Krieg und Volksverdummung. Als Einstiegsdroge empfehle ich ihr Album „Rom“ aus dem Jahr 2007. Abwärts-Platten aus den 1980ern sind eher schwer zu bekommen. Sie werden von Vinyl-Fetischisten gesammelt und sind wegen der geringen Nachpressungen Gold wert. Überhaupt: Abwärts ist ein Kulturgut. Das hat offensichtlich auch die Stadt Hamburg erkannt, die das neue Album „Smart Bomb“ gefördert hat. Aufgenommen wurde es in Rods eigenem Studio in Berlin. Er ist an diesem perfekten Juniabend im Schanzenzelt (Sternschanzen-Park) so ruhig wie immer, ganz auf die Musik konzentriert, ganz Profi. Ein bisschen mehr Interaktion mit dem Publikum wäre aber schön, was nur der Schlagzeuger Martin „Dog“ Kessler versucht. Wahrscheinlich sind die meisten im Zelt aber sowieso zu besoffen, um mehr als Pogo hinzubekommen. Die Veranstalter bringen Shotgläser auf die Bühne. Frontsänger Frank Z und Bassist Joachim „Jocko Ono“ Osiek saufen die Plörre, die anderen beiden finden sie zu fies. Frank Z trägt keinen Gehörschutz. Ich nehme an, dass sein Trommelfell sowieso nicht mehr zu retten ist. Ab und zu vergisst er seinen Text, aber Rod rettet den Song. „In vierzig Jahren kann das mal passieren“ , sagt Rod dann grinsend.

Die Setlist ist eine Zeitreise von „Smart Bomb“ über „Rom“ bis „Amok Koma“ aus der Anfangszeit. Die alten Säcke und die Teenies können also alle irgendetwas mitsingen, naja, gröhlen. Eine Frau, die vorhin noch im Moshpit gepogt hat, stellt sich neben Frank Z auf die Bühne und ist einfach da, bis sie es sich anders überlegt. Es gibt keinen Graben, kaum Sicherheitspersonal. Ein Zelt voller Zecken halt.

Draußen wirbt die PARTEI, die nun schon zwei Sitze im Europaparlament hat, um neue Mitglieder. Nach dem Konzert traut sich Bela B kurz aus dem Backstagebereich und bereut es wahrscheinlich sofort, weil Ärztefans ihn zu belagern beginnen. Der Barkeeper findet es unverschämt, dass das Wasser so teuer ist und gibt mir einen Rabatt in Eigeninitiative. Cooler Dude. Ich unterhalte mich noch ein bisschen mit der Crew der Band am Merchstand. Eine von ihnen geht zur Band hinter den Vorhang und lässt meine Platte signieren. Ich darf leider nicht mitkommen, denn „sie ziehen sich gerade um“. Hätte mich jetzt nicht gestört, äääh #MeToo #MenToo. Ich bin jedenfalls froh, Abwärts endlich live gesehen zu haben und kann Euch nur empfehlen, es auch zu tun.

Am Sonntag, den 30. Juni 2019, findet im Schanzenzelt das Festival  Eine Million gegen Rechts statt. Unter anderem wird der phantastische Kifferliedermacher Götz Widmann auftreten. (Widmanns „Und tschüss! Ihr könnt mich alle mal!“ war mein Abitur-Song, hach, Nostalgie.)

Fazit: 4 von 5 Bierdosen, da wie gesagt die Interaktion mit dem Publikum gefehlt hat.

Album: 5 von 5, weil staatlich geförderte Staatskritik – so geht Satire! Respekt an die BeamtInnen, die das durchgewunken haben.

Die Pride Parade 2018 in Hamburg 🏳️‍🌈

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Hamburger Christoper Street Day 2018. Foto: Aleksandra G.

Die Pride Week in Hamburg war eine Mischung aus Protest und Party. Am Samstag zogen etwa 200.000 Menschen durch die Innenstadt und um die Alster herum. Als Rheinländerin fallen mir vor allem die Parallelen zu Karneval auf: Politisch, bunt und laut. Das diesjährige Thema lautete „Freie Bahn für Genderwahn“.

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Foto: Aleksandra G.

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Informationen zur MK Europatour ;-)

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Liebe neue und alte Freunde (ihr wisst, wer ihr seid),
hier mal die Fakten zur MK Europa Tour, damit ich das nicht jeder/m einzeln mitteilen muss:

Im September ziehe ich nach Italien und ihr seid alle herzlich eingeladen, mich zu besuchen (vor allem Anfang Oktober). Weil ich viel herumreisen möchte, ist es aber wichtig, dass ihr mir rechtzeitig mitteilt, wann ihr herkommen wollt.

Die Weihnachtsferien werde ich voraussichtlich in Norddeutschland, dem Rheinland und in Paris verbringen. Weil zu Beginn der Ferien Star Wars VII Premiere hat, wird jede und jeder, die und den ich zu dieser Zeit treffe, zum Star Wars-Schauen genötigt. Im Kostüm natürlich. Das nur als Vorwarnung.

Außerdem versuche ich seit Monaten, meinen Arsch mal nach Wien / ganz Österreich zu bewegen (Looking at you, Exel und Mimi). In Irland und Polen war ich lange nicht mehr, also wenn jemand dorthin fliegt/trampt/wasauchimmer, dann lasst es mich wissen.

Noch habe ich keine Ahnung, wann ich zurückkomme, aber ich möchte mich sehr gerne noch ein bisschen dem Studium der brotlosen Kunst auf der wunderschönen Domäne Marienburg widmen. Im Gegensatz zu ein paar verwöhnten Deppen bin ich sehr dankbar dafür, eine solche Ausbildung genießen zu dürfen, bevor ich endgültig in der Gosse lande.

Für mich ist dieses Studium und die damit verbundene Reise eine große Sache, weil ich 1. den ganzen Tag das tun kann, was ich liebe und 2. jetzt auch noch dem fiesen deutschen Winter entfliehen kann. Ja, Italien ist nicht Australien (bäh, Riesenspinnen), aber für mich ist das etwas ganz Besonderes, weil ich während meiner Schulzeit schlicht und ergreifend zu broke war, um ein bisschen mehr von Europa zu sehen. Wenn ich es zeitlich hinbekomme, besuche ich auch mal den Laierkasten und die Echse im besetzten Viertel irgendwo in Spanien ;-)

Das Erasmus-Programm ist eine tolle Sache! Mit Deutschland konnte ich mich sowieso immer nur wenig identifizieren und fühle mich als Europäerin. Vielleicht liegt es nur daran, dass ich im Grenzgebiet Belgien/Deutschland/Niederlande aufgewachsen bin, vielleicht auch an meinen deutsch-polnischen und italienischen Vorfahren. Wie dem auch sei, ich freue mich auf eure Fressen und wünsche allen eine wunderschöne Zeit, was auch immer ihr tut. [Nur falls ihr plant, für RWE oder die EZB zu arbeiten, dann wünsche ich euch einen qualvollen Tod.]

Ich hoffe, dass Grenzen irgendwann Geschichte sind. Ein Hoch auf die europäische Freizügigkeit (im politischen und kulturellen Sinne)! 💖💖💖

MK

PS.: Vielen Dank für die epische Reunion-Party in der Öko-WG! Ich weiß kaum noch was davon, aber es waren angeblich knapp 65 Leute da, wtf!?

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Lasst uns alle zusammenschmeißen, das Egmont kaufen und dort wohnen :D

Put this in the MoMA!
Put this in the MoMA!

June MK überm AC Dom

"Betting on the muse" - Charles Bukowski (gestochen von Andreas Coenen)
„Betting on the muse“ – Charles Bukowski
(gestochen von Andreas Coenen)