Je suis Spelacchio – Rome, the failed city

 

Spelacchio
The symbol of everything what’s wrong with Rome: Spelacchio.

During Christian holidays, I usually work. But last night, I sat in a bar in Rome with F. and our Italian friend S. who is thinking about migrating to Canada. We talked about how we, master students of chemistry, engineering and law, will probably end up homeless soon. „In Italy, too many young people study law“, S. tells us. „My friend, who is a studied lawyer, works for… how do you call it when somebody cleans the streets?“ Southern Italy really needs help with its trash problem, anybody should join the working class – even when they just got in dept with a huge student loan to graduate from university like their parents wanted them to. The academic teaching here is excellent, but useless, because there are no jobs. Italy’s capital is in a major crisis and the new symbol of it is the poor Spelacchio.

Spelacchio is how the citizens of Rome named the Christmas tree of the city on the Piazza Venezia. It means something like shabby, sheared or threadbare. Spelacchio is an embarrassment for Italy, but especially for Rome and the city’s mayor Virginia Raggi.

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Italien ist ein Paradies, aber der Admin heißt Satan.

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Bacco rappresentato da Michelangelo Merisi. So sehen AbsolventInnen der Uni Roma 1 übrigens auch aus. Mit dunkleren Augenringen.

In Italien ist Weihnachten ein Extremsport. Während ich in Deutschland keine Probleme hatte, die eher zurückhaltend formulierte Frage  „Und was machst du so in den Ferien?“ zu beantworten, fragen mich italienische KommilitonInnen geradeheraus, warum ich nicht längst zu meiner Familie heimgeflogen bin. Ich habe inzwischen gemerkt, dass „Funkstille, tot, herz- oder geisteskrank“ eine zu ehrliche Antwort ist für das römisch-katholische Gemüt.  Die ItalienerInnen nehmen christliche Feiertage verdammt ernst. Erstens, weil man da frei hat. Zweitens, weil sich fast jede Feier mit zu viel Rotwein und Tiramisu ertragen lässt. Drittens: „Wir haben den Vatikan; wir haben den Paaaapst!“ (Das heulte meine ehemalige Mitbewohnerin in Bologna, als sie die Nachrichten zu den Paris-Attentaten im Fernsehen sah. Die Frau hat, äh, Prioritäten.) Unser Portier (ja, im Ghetto braucht man das und ja, er sortiert auch unsere Post) lässt gerade eine sperrige Krippe im Foyer aufbauen. F. ist derweil sehr skeptisch gegenüber der „Joseph“-Figur, weil Joseph im Islam Marias Vater ist oder so. Jedenfalls hatte Maria keinen Herrenbesuch und Jesus ist auch nur ein Prophet und nicht Gottes Sohn. Das würde Gott ja vermenschlichen. Damit haben die Römer natürlich kein Problem, die vermenschlichen Götter in ihren Sagen seit abertausenden von Jahren. Dieses Jahr feiert meine Kleinfamilie jedenfalls ausschließlich Bacco, den Gott des Weines.

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Bedrückende Versuche einer Zeitreise

Die Boulevardisierung und Verwässerung der Erinnerugskultur schreitet voran: Das Gruselkabinett als Alternative für Deutschland?

Beschmierte Gedenktafel in Aachen, 2014. Der/die Täter/in war sicher kein/e Orwell-Leser/in.

Die ZDF-Sendung Neo Magazin Royale ist bekannt für Jan Böhmermanns kluge Blödeleien und geschickt konstruierte Kontroversen. Die Folge vom 16. November war eine Satire im Dokumentationsstil, bei der Autor und Komiker Ralf Kabelka mit seiner authentisch wirkenden Neugier als Gegengewicht zu Böhmermanns Zynismus wirkte. Es ging um einen Themenpark, der 2023 eröffnen und die Nazizeit als Freizeitevent für die ganze Familie inszenieren sollte. Der Projektleiter des sogenannten Reichsparks, gespielt von Piet Fuchs, erklärt in Werbefilmchen und Interviews seine Vision von erlebbar gemachter Geschichte. Zwar mag es zur Schadenfreude anregen, dass Neo Magazin Royale erneut ein paar Voreilige an der Nase herumführen konnte. Doch besonders bedrückend sind die echten Reportage-Sequenzen.Weiterlesen »

Der Jura-Dresscode

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Am Jurastudium interessiert mich natürlich am meisten das internationale Recht, Copyright in Zeiten von KI und der jeden Tag aufs neue überraschende Modestil meiner KommilitonInnen. Die Russinnen kamen heute mal wieder in Seidenpyjamas und Pelzmänteln in die Vorlesung, dabei ist es nicht mal kalt. Ich finde die Style-Orgien meiner KommilitonInnen allerdings überhaupt nicht bescheuert, sondern kreativ.Weiterlesen »

Demonstration: World Citizens against Nationalism

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Fotocollage: Demo-Organisator Farhad M. auf Instagram. Obwohl sich Presse und TV auf den Anti-Trump Aspekt der Demonstration konzentrierten, kritisierten die linken Gruppen auch Nationalismus in Europa, z.B. den Flüchtlingsdeal zwischen Deutschland und Türkei und die katastrophale Situation in griechischen Flüchtlingslagern.
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Dieser Herr hatte öffentlich angemerkt, die Demonstration habe keinen Sinn, da sie in einem Atomkrieg zwischen Iran und USA untergehen würde. Glücklicherweise ist dies und der von ihm ebenfalls prophezeite Dritte Weltkrieg ausgeblieben.
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Demo in Rom.  Foto: Farhad M.
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Demo in Rom. Foto: Farhad M.
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Allein in Bologna setzten 200 DemonstrantInnen ein Zeichen gegen Nazis. In Rom demonstrierten noch viel mehr Menschen und zwar vor der US-Botschaft, denn ihre Demo richtete sich insbesondere gegen Donald Trump.
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Auch der Bürgermeister von Bologna war anwesend. In Bologna warten viele internationale Studierende und Arbeitssuchende ein halbes Jahr oder länger auf ihre Aufenthaltsgenehmigung, die bei Erhalt fast oder schön länger abgelaufen ist. Für die „Geduldeten“ ist diese Situation finanziell und emotional sehr belastend, da sie beispielsweise nicht legal arbeiten oder nicht an Uni-Klausuren teilnehmen können, obwohl sie dafür qualifiziert sind und sich eingeschrieben bzw. erfolgreich beworben haben.
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Foto: Farhad M.
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Foto: Alessandro P.

Die Demonstrationen in Italien waren ein voller Erfolg und es sind weitere in Planung.

Pressespiegel:

La Repubblica über die Demo in Bologna (Artikel auf Italienisch)

Ansa über die Demo in Bologna (Artikel auf Italienisch)

Euronews (Pingback von Ansa) über die Demo in Bologna

 

 

Informationen zur MK Europatour ;-)

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Liebe neue und alte Freunde (ihr wisst, wer ihr seid),
hier mal die Fakten zur MK Europa Tour, damit ich das nicht jeder/m einzeln mitteilen muss:

Im September ziehe ich nach Italien und ihr seid alle herzlich eingeladen, mich zu besuchen (vor allem Anfang Oktober). Weil ich viel herumreisen möchte, ist es aber wichtig, dass ihr mir rechtzeitig mitteilt, wann ihr herkommen wollt.

Die Weihnachtsferien werde ich voraussichtlich in Norddeutschland, dem Rheinland und in Paris verbringen. Weil zu Beginn der Ferien Star Wars VII Premiere hat, wird jede und jeder, die und den ich zu dieser Zeit treffe, zum Star Wars-Schauen genötigt. Im Kostüm natürlich. Das nur als Vorwarnung.

Außerdem versuche ich seit Monaten, meinen Arsch mal nach Wien / ganz Österreich zu bewegen (Looking at you, Exel und Mimi). In Irland und Polen war ich lange nicht mehr, also wenn jemand dorthin fliegt/trampt/wasauchimmer, dann lasst es mich wissen.

Noch habe ich keine Ahnung, wann ich zurückkomme, aber ich möchte mich sehr gerne noch ein bisschen dem Studium der brotlosen Kunst auf der wunderschönen Domäne Marienburg widmen. Im Gegensatz zu ein paar verwöhnten Deppen bin ich sehr dankbar dafür, eine solche Ausbildung genießen zu dürfen, bevor ich endgültig in der Gosse lande.

Für mich ist dieses Studium und die damit verbundene Reise eine große Sache, weil ich 1. den ganzen Tag das tun kann, was ich liebe und 2. jetzt auch noch dem fiesen deutschen Winter entfliehen kann. Ja, Italien ist nicht Australien (bäh, Riesenspinnen), aber für mich ist das etwas ganz Besonderes, weil ich während meiner Schulzeit schlicht und ergreifend zu broke war, um ein bisschen mehr von Europa zu sehen. Wenn ich es zeitlich hinbekomme, besuche ich auch mal den Laierkasten und die Echse im besetzten Viertel irgendwo in Spanien ;-)

Das Erasmus-Programm ist eine tolle Sache! Mit Deutschland konnte ich mich sowieso immer nur wenig identifizieren und fühle mich als Europäerin. Vielleicht liegt es nur daran, dass ich im Grenzgebiet Belgien/Deutschland/Niederlande aufgewachsen bin, vielleicht auch an meinen deutsch-polnischen und italienischen Vorfahren. Wie dem auch sei, ich freue mich auf eure Fressen und wünsche allen eine wunderschöne Zeit, was auch immer ihr tut. [Nur falls ihr plant, für RWE oder die EZB zu arbeiten, dann wünsche ich euch einen qualvollen Tod.]

Ich hoffe, dass Grenzen irgendwann Geschichte sind. Ein Hoch auf die europäische Freizügigkeit (im politischen und kulturellen Sinne)! 💖💖💖

MK

PS.: Vielen Dank für die epische Reunion-Party in der Öko-WG! Ich weiß kaum noch was davon, aber es waren angeblich knapp 65 Leute da, wtf!?

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Lasst uns alle zusammenschmeißen, das Egmont kaufen und dort wohnen :D
Put this in the MoMA!
Put this in the MoMA!

June MK überm AC Dom

"Betting on the muse" - Charles Bukowski (gestochen von Andreas Coenen)
„Betting on the muse“ – Charles Bukowski
(gestochen von Andreas Coenen)