Coronakrise: Lang lebe der Lockdown!

Bologna, Italien kurz vor dem Lockdown im Februar 2020.

Die Coronakrise ist das Beste, was mir je passiert ist. Natürlich sorge ich mich auch um meine älteren Verwandten, Kolleg*innen und um diejenigen, die gerade Doppelschichten schieben müssen, damit das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. Doch für mich persönlich läuft es gerade phantastisch.

Kurz nachdem ich von meiner Klausurphase aus Italien zurückkam, wurden alle Veranstaltungen meiner Universität in den virtuellen Raum verlegt. Bald müssen sämtliche Lernmaterialen für das nächste Semester online verfügbar sein, was für viele Professor*innen Neuland ist. Doch nun wird die lang versprochene Digitalisierung endlich nachgeholt. In Schulen, Universitäten und Büros.

Neben dem Studium arbeite ich in einer Redaktion. Dort war Home Office bis vor kurzem ein Schimpfwort. Da Journalismus als systemrelevant eingestuft wurde, fahre ich weiterhin in der vollen, verseuchten Bahn zur Arbeit. Aber ich bin unter 30 Jahre alt, habe mir schon während der Grippewelle im November ein paar Flaschen Desinfektionsmittel zugelegt, kurz gesagt: Es macht mir nichts aus.

Ein paar Lesungen und die entsprechenden Honorare sind ausgefallen, Schwamm drüber. Sie werden nachgeholt, außer die Welt geht vorher unter. Dass ich meine Bafög-Schulden auch in hundert Jahren nicht werde begleichen können, liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich für den Beruf der Autorin entschieden habe, doch ich nehme mir an den Großkonzernen ein Beispiel und schiebe es auf die Krise. Ich bin ein Millennial, natürlich kann ich mich kaum an ein Leben ohne Dauerkrise und Schulden erinnern.

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